Postwachstum

Mitte der 1970er Jahre betrat die Umweltbewegung die politische Bühne. Von Spott, Häme und Denunziation des politischen und ökonomischen mainstreams begleitet, entwickelte sie sich bis heute zu einer unverzichtbaren gesellschaftlichen und parlamentarischen Größe. Auch der mainstream kann sie nicht mehr in Frage stellen, wenn es um ökologische Fragen geht. Den Kern des Stoffwechsels mit der Natur, das Wirtschaften, konnte sie aber bisher nur marginal verändern. Postwachstum zielt genau auf diesen Kern und ist damit die logische Ausweitung ökologischer Politik in die Ökonomie.

Eine der sympathischeren Vereinfachungen Norbert Blüms, legendärer Arbeitsminister der CDU in den achtziger und neunziger Jahren, war sein Vergleich einer Volkswirtschaft mit einer Großfamilie. Wie in einer Großfamilie, sollte diese Vereinfachung ausdrücken, geht es in der Volkswirtschaft darum, alle, die dazugehören, mit dem zu versorgen, was sie brauchen. Und so wie eine wachsende Großfamilie mehr und eine schrumpfende Großfamilie weniger braucht, braucht auch eine Volkswirtschaft entsprechend mehr oder weniger. Weder Großfamilie noch Volkswirtschaft kennen einen existenziellen, vom Wachsen oder Schrumpfen unabhängigen Wachstumszwang. Bestätigt wird diese Aussage durch die Erkenntnisse von Wirtschaftshistorikern, wonach die europäischen Volkswirtschaften durch die Jahrhunderte, wenn überhaupt, maximal um 0,3 Prozent pro Jahr gewachsen sind.

Dauerhaft höhere Wachstumsraten kennt die Welt erst seit etwa zweihundert Jahren, seit der Kapitalismus endgültig die ökonomische Hegemonie errungen hat. Und erst mit der keynesianischen Wirtschaftspolitik gelang es nach dem zweiten Weltkrieg, das ständige Auf und Ab der kapitalistischen Ökonomien zwischen Boom und Rezession für längere Zeit zu glätten. Dafür stiegen dann allerdings die privaten und öffentlichen Schulden.

In früheren Ökonomien wurden Äquivalente getauscht, die Marktbewegung war „Ware – Geld – Ware". Im Kapitalismus steht nicht das gebrauchswertige Produkt im Mittelpunkt, sondern das Kapital, die Bewegung stellt sich dar als „Geld – Ware – Geld plus". Mit dieser Bewegungsform und „Geld plus" wird ausgedrückt, daß nicht mehr der Tausch von Gebrauchswerten, sondern die Vermehrung des eingesetzten Kapitals vorrangiges Ziel der Marktbewegung ist. Der Zwang zum Wachsen besteht für das einzelne Kapital, das nur so in der Marktkonkurrenz bestehen kann. Dieses Wachsen kann aber nur realisiert werden, wenn die Nachfrage auf dem Markt mit wächst.

Zweifellos hat dieses Wirtschaftswachstum während der letzten zweihundert Jahre den materiellen Wohlstand großer Teile der westlichen Gesellschaften erhöht. Schon seit geraumer Zeit ist aber zu beobachten, daß noch mehr Konsum die Zufriedenheit derer, die genug haben, nicht mehr vergrößert. Und trotz steigenden Bruttosozialprodukts steigt die Zahl der vom Wohlstand ausgeschlossenen wieder an. Es macht einerseits für die Wohlhabenden keinen Sinn mehr, weiter zu wachsen, andererseits steigt die Ungleichverteilung des Wohlstandes zwischen Reichen und Armen. Die soziale Frage wird besonders in den peripheren europäischen Volkswirtschaften wieder zum Gegenstand gesellschaftlicher Auseinandersetzungen.

Die ökologischen Grenzen des Wachstumsmodells wurden bereits in den frühen siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts beschrieben. Die Klimakatastrophen häufen sich jetzt schon, der Zenit der Erdölförderung, Peak Oil genannt, ist bereits überschritten, Rohstoffe werden schon knapp oder ihre Knappheit rückt sichtbar näher. Die Menschheit bräuchte heute schon 1,4 Erden, um den heutigen Verbrauch dauerhaft aufrechterhalten zu können, im Jahr 2050 werden es, wenn sich nichts ändert, voraussichtlich 2 Erden sein. Jeder weiß, daß diese Entwicklung in die zivilisatorische Katastrophe führen wird.

Der politische und ökonomische mainstream antwortet auf die weitere Zuspitzung der allseitigen Krise wie gewohnt: Wachstum, Wachstum, Wachstum, Arbeitsplätze schaffen, erneuerbare Energien und CCS statt Energie sparen, Elektroautos statt energiesparender Verkehrs- und Raumkonzepte, technische Lösungen für technisches Versagen.

In die falsche Richtung laufen aber auch alle, die zwischen quantitativem und qualitativem Wachstum unterscheiden wollen und/oder weiteres Wachstum bei sinkendem Verbrauch von Energie und Rohstoffen anstreben. Die bekannteste Variante dieser Entkopplungsstrategien ist der Green New Deal, der unter anderem von der Mehrheit der grünen Partei vertreten wird. Doch leider braucht man auch für erneuerbare Energien und für Elektroautos knappe Rohstoffe, z.B. seltene Erden. Und leider hat das Entkoppeln noch nie geklappt. Die Entwicklung verbrauchsarmer Verbrennungsmotoren hat nur dazu geführt, die Autos noch größer, noch schwerer, noch stärker zu machen – vom VW-Käfer zum SUV.

 Dies alles bedenkend, versammeln sich immer mehr nachdenkliche Menschen hinter einer Strategie, die in Deutschland „Postwachstum", in den angelsächsischen Ländern „degrowth", in Frankreich „decroissance" genannt wird und in südamerikanischen Ländern mit dem Schlagwort vom guten Leben, „buen vivir", verbunden ist. Sie soll allen Menschen ein gutes, zufrieden stellendes Leben sichern, indem alle von den Produkten dieses Planeten leben, ohne dass er weiter wie bisher verbraucht wird. Dazu wird es einerseits schon notwendig sein, Neues, qualitativ Besseres zu schaffen und damit Umwelt zerstörendes Altes abzulösen. Andererseits muss Wirtschaft dort schrumpfen, wo schon zu viel und/oder vom Falschen produziert wird. Anders ist es nicht zu schaffen, den kommenden Generationen das Raumschiff Erde so zu hinterlassen, dass auch sie noch auf ihm gut leben können.

ausfürlicher: 12 Fluchtlinien einer solidarischen Ökonomie jenseits des Wachstums - Matthias Schmelzer & Alexis J. Passadakis

Medien (Bücher,Texte, Videos etc.)


Landkarte Suffizienzpolitik - Friday, September 2, 2016
http://suffizienzpolitik.postwachstum.de/de/suffizienzpolitik/
Die Landkarte Suffizienzpolitik ist ein webbasiertes Planungs-Werkzeug für zivilgesellschaftliche und politische Akteure, die zum Thema Suffizienz aktiv werden wollen. Sie unterstützt bei Entwicklung und Umsetzung von Praxisprojekten, Kampagnen, Strategieprozessen oder Politikmaßnahmen. Die Landkarte führt Sie Schritt für Schritt durch das komplexe Themenfeld – so behalten Sie den Überblick!
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

degrowth - Dokumentation und Folgeprojekte - Thursday, December 11, 2014
http://leipzig.degrowth.org/de/?wysija-page=1&controller=email&action=view&email_id=29&wysijap=subscriptions&user_id=181

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freundinnen und Freunde der Degrowth-Konferenz 2014,

es ist ziemlich viel los beim Thema degrowth: Die Dokumentation der Konferenz wird immer vollständiger, der Call für die Ausrichtung der nächsten Degrowth-Konferenz ist raus und für 2015 gibt es schon sehr spannende Pläne. Aber wir wollen ja nicht zu viel vorwegnehmen..

Inhaltsverzeichnis

1. Dokumentation der Konferenz fertiggestellt!

2. Die Folgeprojekte der Konferenz

3. Was machen die Organisator_innen der Degrowth 2014?

4. Aufruf zur Ausrichtung der 5. Degrowth-Konferenz 2016

5. Unsere Literaturempfehlungen

weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

SOLIDARISCH WIRTSCHAFTEN - Tuesday, September 2, 2014
http://www.solidarische-oekonomie.at/downloads/Kongress_2013_Dokumentation.pdf
Dokumentation des Kongresses
»Solidarische Ökonomie 2013«
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

/factory_2_2013_trans-form - Monday, September 16, 2013
http://www.factory-magazin.de/fileadmin/magazin/media/transform/factory_2_2013_trans-form_web.pdf
Mit dem factory-Titel Trans-Form lässt sich trefflich spielen, fast wie
mit den Transformers, den wandelbaren Spielzeug-Action-Figuren. Sie
haben es in Videospiele und Spielfilme geschafft. Die Transformation
immerhin in einige Dokumentationen und Dystopien. Obwohl die Not
-
wendigkeit zum gesellschaftlichen Wandel inzwischen fast zum Allge
-
meinwissen gehört, schaffen wir es nicht, Produktion und Konsum so zu
verändern, dass sich Emissionen, Rohstoffnutzung und Naturverbrauch
verringern. Und das, obwohl sich weltweit Effizienz, Innovationszahlen
und Produktivität laufend erhöhen. Es gibt kluge Ansätze und Beispiele:
für das ökologische Design von Produkten, für ressourceneffiziente Pro
-
dukte, die sowohl in der Produktion als auch bei der Nutzung weniger
Material und Energie verbrauchen. Und es gibt die transformativen und
transformationalen Produkte, deren Eigenschaften einen Wandel zu
mehr Nachhaltigkeit bewirken sollen. Doch die Rebound-Effekte, die
Kompensation der Effizienzgewinne durch Mehrverbrauch, sind offen
sichtlich. Wie ein Wandel dennoch gelingen könnte, ist Thema dieser Trans-Form-factory.
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wege aus der Wachstumsgesellschaft - Monday, June 10, 2013
http://www.fischerverlage.de/buch/wege_aus_der_wachstumsgesellschaft/9783596196166
Was sind die zentralen Probleme auf dem Weg in eine nachhaltige Entwicklung?

International renommierte Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen diskutieren über die Probleme der Industrienationen auf dem Weg in eine nachhaltige Entwicklung. Und sie zeigen Möglichkeiten auf, wie das Leben aussehen kann - und wie verlockend es ist, wenn es nicht von verschwenderischem Konsum und stetigem Wachstum angetrieben wird.
Mit Beiträgen u.a. von Hans Diefenbacher, Dirk Messner und Wolfgang Ullrich.
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Transition Initiativen ? Ein Leitfaden - Wednesday, May 8, 2013
http://api.ning.com/files/kwH2JyLKYfajKd5*QD-F1DQ6R**nAT14yrVbj52tlX1DzUgwU822IMpfovkHr0ECbEqy-6NaG*UiG-h1a2CxjxacmrF4msic/TransitionInitiativenLeitfadenPrimerV1_4Juni2011.pdf

Als Reaktion auf die dringlichen, gemeinsam zu betrachtenden Themen Klimawandel und globales Ölfördermaximum (auch “Peak Oil” genannt) haben in Großbritannien, Irland und darüber hinaus BürgerInnen einiger innovativer Städte und Gemeinden den Schritt gewagt, durch eine ganzheitliche Herangehensweise ihren CO2-Fußabdruck zu verringern und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den grundlegenden Änderungen, welche das globale Ölfördermaximum mit sich bringt, zu stärken.

weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

DIE GEMEINWOHL-ÖKONOMIE - 20 Punkte Zusammenfassung - Saturday, January 5, 2013
http://www.gemeinwohl-oekonomie.org/wp-content/uploads/2011/11/GWOE_20-Punkte-Zusammenfassung.pdf
Laut einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung vom Juli 2010 wünschen 88 Prozent der
Deutschen und 90 Prozent der ÖsterreicherInnen eine „neue Wirtschaftsordnung“. Die
Gemeinwohl-Ökonomie beschreibt zentrale Elemente eines sozialeren, ökologischeren und
demokratischeren Ordnungsrahmens für die Wirtschaft. Die in Österreich enstandene Idee
breitet sich seit Oktober 2010 international aus. Dem Dogma der „Alternativlosigkeit“ des
gegenwärtigen Wirtschaftsmodells wird ein konkreter und gangbarer Zukunftsweg
entgegengesetzt, ohne in die historischen Extreme Kapitalismus und Kommunismus zurückzufallen. Bis Ende 2011 unterstützen fast 500 Unternehmen aus 13 Staaten die Initiative. 2012 werden rund 200 die Gemeinwohl-Bilanz, das Herzstück des Modells, erstellen. Regionale „Energiefelder“ und Umsetzungsgruppen bilden sich in immer mehr Staaten. Hier sind die – ständiger Diskussion unterworfenen – Eckpunkte:
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

STRATEGIEN FÜR SOLIDARISCHES UND NACHHALTIGES WIRTSCHAFTEN - Monday, December 31, 2012
http://gruene-fraktion-nrw.de/fileadmin/user_upload/ltf/Publikationen/Dokumentationen_Broschueren/1212-Doku-Solidarische_Oekonomie.pdf
Der Solidarischen und Sozialen Ökonomie wird in Deutschland nur wenig öffentliche Aufmerksamkeit gewidmet. Doch der Sektor wächst schnell und ist inzwischen ein fester Bestandteil unseres Wirtschaftssystems geworden. Bei einer weiten Definition des Sektors sind nach Schätzungen bereits heute ca. 10% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Bereich beschäftigt.
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wege Vorsorgenden Wirtschaftens - Wednesday, December 19, 2012
http://www.metropolis-verlag.de/Wege-Vorsorgenden-Wirtschaftens/971/book.do

Angesichts der vielfachen ökonomischen, ökologischen und sozialen Krisen ist das Interesse an alternativen Wirtschafts- und Gesellschaftsentwürfen wieder erwacht. Wie kann eine Wirtschaftsweise funktionieren, die solche Krisen vermeidet und die in der Lage ist, dauerhaft für ein gutes Leben der Menschen und für den Erhalt der produktiven Fähigkeiten der Natur zu sorgen? Welche Wege der Veränderung sind dafür nötig - und wie und wo werden sie schon gegangen? Das Netzwerk Vorsorgendes Wirtschaften hat ein eigenständiges Konzept alternativer Wirtschaftstheorie und -praxis entwickelt, das in diesem Sammelband zur Diskussion gestellt wird. Es ist als Entwurf einer sozial und ökologisch zukunftsfähigen Wirtschaftsweise zu verstehen, der sich der Frage "Wie wollen wir in Zukunft zusammen leben?" stellt.

Netzwerk Vorsorgendes Wirtschaften

414 Seiten · 29,00 EUR (inklusive MwSt. und Versand) ISBN 978-3-89518-971-5 (Dezember 2012)

weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Weder Mangel noch Übermaß - Warum Suffizienz unentbehrlich ist - Saturday, August 25, 2012
http://www.wupperinst.org/info/entwd/index.html?beitrag_id=2085
Wie können wir in Wohlstand leben, aber gleichzeitig unser materielles Wachstum begrenzen?, fragt der Autor und warnt zugleich vor Lösungen, die allein auf technologische Effizienz bauen. Denn diese verhinderten nicht den Wunsch nach mehr, ungerechte Verteilung und weitere Expansion. Suffizienz dagegen führe zu maßvollem Umgang mit den Ressourcen. Doch wie lernen Gesellschaften? Was steht dem Wandel zur Zukunftsfähigkeit im Wege? Wie lässt er sich fördern? Das sind Fragen, die Manfred Linz seit langem beschäftigen.
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Befreiung vom Überfluss - Niko Paech - Tuesday, July 10, 2012
http://www.oekom.de/buecher/themen/politikgesellschaft/archiv/buch/befreiung-vom-ueberfluss.html
Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie

Nachhaltigkeit befreit von Überfluss, sagt Volkswirtschaftler Niko Paech. Die gute Nachricht dabei: Das kann uns glücklicher machen (taz)

144 Seiten, oekom verlag München, 2012
ISBN-13: 978-3-86581-181-3

 Preis: 14.95 €
 Erhältlich als e-Book
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kritik der grünen Ökonomie - Impulse für eine sozial und ökologisch gerechte Zukunft - Monday, May 21, 2012
http://www.boell.de/publikationen/publikationen-kritik-der-gruenen-oekonomie-rio-plus-20-14630.html
Seit der ersten UN-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio haben sich alle wichtigen ökologischen Trends verschlechtert. Politik und Wirtschaft lassen sich bis heute bei ihren Entscheidungen kaum durch Klimawandel, Biodiversitätsverlust oder Ressourcenknappheit beeinflussen. Die Idee des ungehinderten Wachstums als Weg aus der Armut sowie der Wirtschafts- und Finanzkrise bleibt weitgehend unangefochten und findet aktuell ihren Ausdruck in einer grünen Ökonomie. Doch nicht alles, was „grün“ und effizient ist, ist auch ökologisch tragfähig und sozial gerecht. Dieser Essay skizziert eine Politik des Weniger, einen Wohlstand mit Maß, damit die Ressourcen und die Atmosphäre für alle Menschen auf der Erde reichen und ein Leben in Würde und ohne Not möglich machen.
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Commons - Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat - Friday, April 20, 2012
http://www.boell.de/publikationen/publikationen-commons-fuer-eine-neue-politik-jenseits-von-markt-und-staat-14395.html
Die Gemeingüter erleben angesichts der aktuellen Klima-, Finanz- und Ernährungskrise eine Renaissance. Das ist ein Fazit des 500 Seiten starken Sammelbandes „Commons - Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat“, der von der Commons-Expertin Silke Helfrich und der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegeben wird. Über 90 Autorinnen und Autoren aus rund 30 Ländern stellen in ihren Beiträgen ein modernes Konzept der Commons vor, das klassische Grundannahmen der Wirtschafts- und Gütertheorie in Frage stellt und Wegweiser für eine neue Politik sein kann.
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Zukunft, die wir wollen - Thursday, April 19, 2012
http://www.boell.de/downloads/Feministische_Zukunft-i.pdf

The Future we want – zweifellos ein perspektivisches Motto, das sich die UNO für die Vorbereitung der United Nations Conference on Sustainable Development (kurz: Rio+20) im Juni 2012 ausgesucht hat. Die Erwartungen an diese UN-Konferenz werden wieder einmal hochgeschraubt: Rio+20 soll die historische Gelegenheit sein, Wege in eine sichere, gerechtere, grünere und sauberere Welt zu definieren. Im Mittelpunkt der Konferenz in Rio de Janeiro soll das Leitbild einer Green Economy als Ausweg aus den globalen Klima-, Ernährungs- und Armutskrisen stehen.

Wer, wie unsere Autorin Christa Wichterich, sich die Vorbereitung und die Konzepte für eine Green Economy näher anschaut, stellt schnell fest, dass sie gänzlich ohne Geschlechterperspektive auskommen. Theoretische Konzepte und praktisches Erfahrungswissen von Feministinnen und Frauennetzwerken spielen so gut wie keine Rolle in der Debatte um die Zukunft, die wir wollen. Dabei entwickeln sie seit vielen Jahrzehnten Konzepte und Antworten auf die lokalen und globalen ökologischen und sozialen Krisen. Bereits vor 20 Jahren erkannte das zentrale Dokument der ersten Rio-Konferenz, die Agenda 21, Frauen als Schlüsselakteurinnen für den Umweltschutz und die Armutsbekämpfung an.

weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Inside Job - DVD - Wednesday, February 1, 2012
http://www.bpb.de/publikationen/FDZQB2

Inhalt

15. September 2008. Lehman Brothers, eine der traditionsreichsten und größten US-Investmentbanken, meldet Konkurs an. Eine andere, Merril Lynch, wird im Notverfahren von einer anderen Bank übernommen. Der weltgrößte Versicherer, AIG, wird verstaatlicht. Die Weltfinanzmärkte stürzen ab. Es folgt eine globale Rezession.

Inside Job ist ein Dokumentarfilm über die Finanzkrise von 2008 und deren Ursachen. Mit Hilfe von eigenen Recherchen und Interviews mit Insidern aus der Finanzbranche, Politikern, Wissenschaftlern und Journalisten verdeutlicht Charles Ferguson: Die Krise ist das Ergebnis einer über drei Jahrzehnte währenden Phase der Deregulierung. Ein wichtiges Thema ist dabei die enge personelle Verflechtung von Politik, Finanzindustrie und akademischer Welt. Daraus resultierende Interessenkonflikte wurden oft nur unzureichend oder gar nicht offengelegt und haben die Krise damit entscheidend verschärft.

Inside Job wurde 2011 mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Laufzeit: 104 Min.

weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

die Ökonomie des Glücks - Friday, December 9, 2011
http://www.theeconomicsofhappiness.org/dieoekonomiedesgluecks

Ein Chor aus Stimmen der sechs Kontinente fordert in dem Film „Die Ökonomie des Glücks – The Economics of Happiness“ einen Wandel des Wirtschaftssystems. Die Dokumentation zeigt eine Welt, die sich in zwei gegensätzliche Richtungen entwickelt. Einerseits werben Regierungen und Großindustrie für die Globalisierung und Verfestigung der Macht der Konzerne. Andererseits widersetzen sich dieser Politik weltweit Menschen mit einer Forderung nach Re-Regulierung von Handel und Finanzen. Entgegen der alten Machtinstitutionen sind sie dabei eine neue, andere Zukunft zu schmieden. Sie kommen zusammen um ein neues, auf Menschlichkeit und ökologischer Wirtschaft basierendes Paradigma zu schaffen – hin zu einer lokalen Ökonomie. Der Film zeigt, dass unzählige Initiativen durch ein gemeinsames Ziel vereint sind: demokratischere, menschlichere, ökologische und lokale Ökonomien – die Gründung einer „Ökonomie des Glücks“.

Die DVD kann gekauft werden, seit 28.11.2011 gibt es auch eine deutsche Version. Möglicherweise kann auch eine öffentliche Vorführung über die Heinrich-Böll-Stiftung organisiert werden - Kontakt über Gerd Rudel/facebook.

weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

ISM startet Debatte zum sozialökologischen Umbau - Friday, October 7, 2011
/LinkClick.aspx?link=http%3a%2f%2fwww.solidarische-moderne.de%2fde%2farticle%2f231.ism-startet-debatte-zum-sozialoekonomischen-umbau.html&tabid=81&portalid=0&mid=462&language=en-US
Unter dem Titel „Sozialökologischer Gesellschaftsumbau auf dem Weg in eine Solidarische Moderne" hat das ISM ein Papier zum sozialökologischen Gesellschaftsumbau veröffentlicht. Es möchte damit einen Beitrag für eine kulturelle, wissenschaftliche und politische Debatte gesellschaftlicher Alternativen leisten und darüber mit politischen Akteur_innen der politischen Linken diskutieren. Deshalb ist das Papier als Einladung an alle politisch Interessierten aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und sozialen Bewegungen gedacht, mit dem Institut Solidarische Moderne zu den anstehenden sozialökologischen Herausforderungen in einen Meinungsaustausch zu treten.
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Gemeinwohl-Ökonomie - Saturday, October 1, 2011
/LinkClick.aspx?link=http%3a%2f%2fwww.christian-felber.at%2fbuecher%2fgemeinwohl.php&tabid=81&portalid=0&mid=462&language=en-US
Nie wieder soll jemand sagen können, dass es in Wirtschaft und Politik keine Alternative zum Kapitalismus und zu den realsozialistischen Irrwegen gebe. Die "Gemeinwohl-Ökonomie" ist eine profunde Antwort auf die vielgesichtige Krise der Gegenwart: Finanzblasen, Arbeitslosigkeit, Armut, Klimawandel, Migration, Globalisierung, Demokratieabbau, Werte- und Sinnverlust. Felbers "Gemeinwohl-Ökonomie" beruht - wie eine Marktwirtschaft - auf privaten Unternehmen und individueller Initiative, jedoch streben die Betriebe nicht in Konkurrenz zueinander nach Finanzgewinn, sondern sie kooperieren mit dem Ziel des größtmöglichen Gemeinwohls - ein fundamentaler Neuansatz.
ISBN 978-3-552-06137-8
Autor: Christian Felber
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Solidarische Postwachstumsökonomie als Attac-Projekt - Tuesday, February 1, 2011
http://postwachstum.net/2011/02/01/solidarische-postwachstumsokonomie-als-attac-projekt/#more-173
Als die globalisierungskritischen Bewegungen Ende der 90er Jahre die politische Bühne betraten, standen klugerweise die Pluralität der Kritik am Neoliberalismus im Vordergrund und nicht der Versuch all die heterogenen Akteure auf ein Alternativmodell festzulegen. Das gleiche galt und gilt auch für das Attac-Netzwerk. In diesem kakophonischen Forderungskonzert von keynesianischen und postkapitalistischen Alternativen gab es von Anfang an auch wachstumskritische Töne.
Autor: Alexis Passadakis
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wohlstand ohne Wachstum - Tim Jackson - Saturday, January 1, 2011
/LinkClick.aspx?link=http%3a%2f%2fwww.oekom.de%2fbuecher%2fthemen%2fpolitikgesellschaft%2farchiv%2fbuch%2fwohlstand-ohne-wachstum.html&tabid=81&portalid=0&mid=462&language=en-US
Leben und Wirtschaften in einer endlichen Welt

Was garantiert uns Wohlstand und sozialen Frieden?
Wie ein Mantra kommt die Antwort aus Politik und Wirtschaft: Wachstum, Wachstum, Wachstum! Aber dürfen wir das noch glauben angesichts der Verwerfungen der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrisen – und angesichts der ökologischen Schäden, die unser Wirtschaften produziert?
Unsere gesamte Wirtschaftsordnung baut auf ewigem Wachstum auf – aber nun brauchen wir einen anderen Motor, sagt der britische Ökonom Tim Jackson. Er hat im Auftrag der britischen Regierung den Zusammenhang von Wachstum und Wohlstand untersucht. In der aktuellen Debatte sticht seine Analyse hervor: Jackson fordert nicht weniger als die Entwicklung einer neuen Wirtschaftsordnung, die auf einem anderen Wohlstandsbegriff beruht. 240 Seiten, oekom verlag München, 2011 ISBN-13: 978-3-86581-245-2

weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Postwachstum. Krise, ökologische Grenzen und soziale Rechte - Saturday, January 1, 2011
http://shop.attac.de/index.php/basistext-36-postwachstum.html
Dieser Basistext analysiert die Triebkräfte des Wachstums und skizziert die Geschichte der Wachstums­dynamiken des Kapitalismus. Und er beantwortet die Frage, welche Elemente ein Postwachstum enthalten muss. ISBN 978-3-89965-429-5
Die Autoren: Alexis J. Passadakis und Matthias Schmelzer
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Woran sich Wohlstand wirklich messen lässt - Saturday, January 1, 2011
/LinkClick.aspx?link=http%3a%2f%2fwww.oekom.de%2fbuecher%2fthemen%2fpolitikgesellschaft%2farchiv%2fbuch%2fworan-sich-wohlstand-wirklich-messen-laesst.html&tabid=81&portalid=0&mid=462&language=en-US
Was macht das BIP? Nicht nur Wohl und Wehe der Republik, auch unser aller Glück und Unglück scheinen von diesem Kürzel abzuhängen: Das Bruttoinlandsprodukt ist bis heute die heilige Kuh der herrschenden Ökonomie, die Politik misst ihre Erfolge an seinen Wachstumsraten. Seit Jahren gilt es als der Indikator für Wirtschaftskraft und Wohlstand schlechthin – dabei ist es blind für vieles, was unser Leben bereichert: ehrenamtliche Leistungen, gesunde Umwelt, gerechte Chancenverteilung oder Zugang zu medizinischer Versorgung. oekom verlag, ISBN-13: 978-3-86581-215-5
Autoren: Hans Diefenbacher und Roland Zieschank
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wohlstand ohne Wachstum - ein Literaturüberblick - Saturday, January 1, 2011
/LinkClick.aspx?link=http%3a%2f%2fwww.mpifg.de%2fpu%2fworkpap%2fwp11-1.pdf&tabid=81&portalid=0&mid=462&language=en-US

Ist gesellschaftlicher Wohlstand ohne ökonomisches Wachstum möglich? Dieses Paper gibt einen Überblick über jüngere wissenschaftliche Veröffentlichungen zum Thema. Schwerpunkte sind Begründungen und Ausprägungen von Wachstumsskepsis, alternative Wohlstandsindikatoren und Alternativen zur Wachstumsökonomie. Deutlich wird dabei ein Manko an makroökonomisch fundierten Modellen einer Postwachstumsökonomie, die Prognosen über die sozioökonomischen Auswirkungen eines Wachstumsverzichts erlauben würden.
MPIfG Working Paper 11/ 1
Autor: Johannes Pennekamp

weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Suffizienz - Die Konsumgesellschaft in der ökologischen Krise - Saturday, January 1, 2011
/LinkClick.aspx?link=http%3a%2f%2fwww.oekom.de%2fbuecher%2fthemen%2fpolitikgesellschaft%2farchiv%2fbuch%2fsuffizienz.html&tabid=81&portalid=0&mid=462&language=en-US
Die ökologische Krise wird primär durch den zu hohen und weltweit steigenden Energie- und Ressourcenverbrauch verursacht. Das vorliegende Buch untersucht dessen Ursachen und Dynamik und forscht nach Möglichkeiten einer Eindämmung. Dabei zeigt sich, dass der Rückgriff auf Natur- und Ingenieurswissenschaften zur Bewältigung der ökologischen Krise nicht ausreicht. Um verstehen zu können, was menschliche Eingriffe in die Natur antreibt, ist auch die Kenntnis von sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Zusammenhängen notwendig. In diesem Rahmen ist die Suffizienzstrategie, die auf Veränderung der Konsumstile zielt, von großer Bedeutung. Sie kann helfen, die negativen Einwirkungen auf die Umwelt in der erforderlichen Weise zu minimieren. Zugleich gilt sie jedoch vielen als unrealisierbar. Die dafür verantwortlichen Barrieren werden im Buch identifiziert und Strategien zu ihrer Überwindung gesucht. oekom verlag; ISBN-13: 978-3-86581-280-3
Autor: Oliver Stengel
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Postwachstum - Wednesday, October 6, 2010
http://postwachstum.net/2010/10/06/postwachstum-12-fluchtlinien-einer-solidarischen-okonomie-jenseits-des-wachstums/
12 Fluchtlinien einer solidarischen Ökonomie jenseits des Wachstums
Was ist das Ziel unserer Wachstumskritik, und warum halten wir es grundsätzlich für notwendig jetzt Fluchtlinien einer Postwachstumsökonomie zu skizzieren? Unser Ziel ist, soziale Rechte global durchzusetzen, die ein gutes Leben für alle möglich machen. Unsere Alternative einer solidarischen Post­wachstumsökonomie hat nicht wie viele Spielarten der Wachstumskritik nur abstrakt „das Überleben der Menschheit“ oder „die Rettung der Natur“ vor Augen.
Autoren: Passadakis, A./Schmelzer, M.
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Postwachstumsgesellschaft. Konzepte für die Zukunft - Sunday, August 1, 2010
/LinkClick.aspx?link=http%3a%2f%2fwww.metropolis-verlag.de%2fPostwachstumsgesellschaft%2f811%2fbook.do&tabid=81&portalid=0&mid=462&language=en-US

Diesem Buch liegt die Annahme zugrunde, dass in Industrieländern die wachstumsabhängigen und wachstumsfördernden Bereiche und Institutionen in Gesellschaft und Wirtschaft stark umgestaltet werden müssen, damit Politik, Gesellschaft und Wirtschaft das Ziel des ständigen Wirtschaftswachstums aufgeben können. ISBN 978-3-89518-811-4 (August 2010)
Irmi Seidl, Angelika Zahrnt (Herausgeber)

weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Farewell to Growth - Tuesday, December 15, 2009
http://www.amazon.co.uk/0745646174-Trade-In-Books/s?ie=UTF8&rh=n%3A696229031%2Ck%3A0745646174&page=1
Serge Latouche argues that we need to rethink from the very foundations the idea that our societies should be based on growth. He offers a radical alternative - a society of 'de-growth'. De-growth is not the same thing as negative growth. We should be talking about 'a-growth', in the sense in which we speak of 'a-theism'. And we do indeed have to abandon a faith or religion - that of the economy, progress and development--and reject the irrational and quasi-idolatrous cult of growth for growth's sake. Verlag: John Wiley & Sons; ISBN-13: 978-0745646176
Autor: Serge Latouche
weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt - Tuesday, October 14, 2008
/LinkClick.aspx?link=http%3a%2f%2fwww.zukunftsfaehiges-deutschland.de%2fzukunftsfaehiges_deutschland%2fdie_studie%2f&tabid=81&portalid=0&mid=462&language=en-US

Es waren die immer wiederkehrenden Anfragen an die neuen und alten Herausgeber, die 2006 zu dem Entschluss führten, Zukunftsfähiges Deutschland neu aufzulegen. Dabei war es von Beginn an klar, dass es wieder ein Zusammengehen von Entwicklungspolitik und Umweltpolitik geben würde.

Mit neuen Daten soll wieder die Frage gestellt werden, was Nachhaltigkeit für ein Industrieland mit internationaler Verantwortung bedeutet.

 Die neue Studie ist jedoch auch eine Reaktion auf aktuelle Fehlentwicklungen, auf die zunehmende Vereinnahmung des Nachhaltigkeitsgedanken und Tendenzen, die bekannten Fehler der Industrieländer an anderen Orten der Welt zu wiederholen.

 Gleichzeitig macht sie Mut, sich einzubringen und wird zeigen wie einfach es sein kann nachhaltig zu handeln. Die ISBN lautet: 978-3-596-17892-6

weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Unvernunft der ökonomischen Vernunft - Saturday, May 1, 2004
/LinkClick.aspx?link=http%3a%2f%2fwww.diaphanes.de%2fscripts%2fbuch.php%3fID%3d44&tabid=81&portalid=0&mid=462&language=en-US
Die Allmacht des Ökonomischen geht einher mit einer Vernunft, die im Streben nach möglichst unbegrenztem Wachstum und maximaler Effizienz auf reine Rationalisierung, Vereinheitlichung und Organisation ausgerichtet ist. Deren negative Aspekte wachsen sich zu chaotischen Exzessen aus, die Alltag geworden sind: BSE und andere Tierseuchen, Brandrodung, riesige vom Erdöl zerstörte Gebiete, monströse Verkehrsszenarien… Manifestationen einer Vernunft, die zum Wahn geworden ist. Wie angesichts dessen nicht irrationalen Reflexen und endzeitlichen Ängsten verfallen, sondern zu einer anderen Vernunft, einer Weisheit ökonomischen Handelns finden, aus der ein Gegenmodell erwachsen könnte?

Der französische Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler Serge Latouche findet die Strategien einer anderen ökonomischen Vernunft in einer informellen Ökonomie, deren Basis nicht Markt und Gewinn sind, sondern vielmehr der Tausch und die Gabe, wo der Akt des Aushandelns, das Gespräch, das Palaver im Mittelpunkt stehen. Zentral ist dabei immer wieder die Begegnung mit dem Anderen der Globalisierung: den lokalen Ökonomien in Afrika, China und Indien. Im Rückgriff auf eine Ethik der Gabe in der Nachfolge von Marcel Mauss und auf eine »mediterrane« Klugheit und Vorsicht im Zeichen des Sozialen hält Latouche ein wortgewaltiges und überzeugendes Plädoyer für das ökonomisch »Irrationale«. ISBN-13: 978-3935300490
Autor: Serge Latouche

weiterlesen ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------