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By Werner Kolb on Mittwoch, 1. November 2017
Manchmal wird man vom Kurier freudig überrascht. In diesem Fall gräbt er doch tatsächlich eine Meldung über meinen vor 25 Jahren gestellten Antrag aus, eine Fahrradabstellplatzsatzung in Bayreuth einzuführen. Ich wusste davon nichts mehr. Interessant ist diese archäologische Ausgrabung, weil vor wenigen Tagen dieses Thema wieder einmal im Stadtrat anstand. Und sich dabei herausstellte, daß zumindest einige Stadträte im letzten Vierteljahrhundert nichts dazugelernt haben.

Statt sachlicher Gründe bringen diese fundamentalistischen Verweigerer aller Neuerungen, die nicht in ihr schrulliges Weltbild passen, wieder jene uralten Polemiken vor, die sie immer auftischen, wenn ihnen nichts Intelligentes einfällt - also so gut wie immer: "eine Diktatur der Bürokratie", "gilt diese Satzung auch für Kinderwägen?","Wer fährt denn Rad? Vielleicht ein paar Grüne im Sommer." Es gibt in dieser Republik etwa 30000 Gesetze, Verordnungen, Satzungen und andere Regeln, darunter beispielsweise eine Kfz-Stellplatzordnung und...
By Werner Kolb on Montag, 28. März 2016
Der Film "Die Caine war ihr Schicksal", mit dem unvergleichlichen Humphrey Bogart in der Hauptrolle des leicht paranoiden Kapitäns eines amerikanischen Kriegsschiffes, endet mit einer Verhandlung vor dem Kriegsgericht. Die untergebenen Offiziere, die dem Kapitän in einer Krisensituation das Kommando abgenommen hatten, waren wegen Meuterei angeklagt worden, wurden jedoch freigesprochen. Ihr erfolgreicher Verteidiger machte ihnen aber danach den Vorwurf, sie hätten dem Kapitän helfen müssen, statt gegen ihn zu intrigieren. Dem noch nicht sattelfesten "Chef" zu helfen, statt gegen ihn zu arbeiten, ist auch in der modernen betriebswirtschaftlichen Organisationslehre ein wichtiger Grundsatz.

In der Bayreuther Lokalpolitik wurde dieser Grundsatz nicht von allen beachtet. Die Stadtratsfraktion der CSU ließ mit dem Amtsantritt der neuen Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe keine Gelegenheit aus, ihr das Leben schwer zu machen. Sie kritisierte sie auch für Fehler, die noch von ihrem Amtsvorgänger Michael Hohl begangen wurden und die sie ausbügeln mußte. Das galt vor allem für die Erweiterung des Richard-Wagner-Museums, dessen Prozessablauf von Michael Hohl völlig falsch angegangen worden war. Die Sanierung des Festspielhauses wurde von ihm fahrlässig um Jahre verschlampt. CSU-Stadtrat Stefan Spechts Vorwurf nach dem verlorenen Bürgerentscheid zur Graserschule illustriert das kranke Verhältnis zur Oberbürgermeisterin:  "Sie hat sich herausgehalten, obwohl es ihre Aufgabe gewesen wäre, die Mehrheitsmeinung des Stadtrates zu unterstützen". Fakt ist, daß sie sich aus der öffentlichen Auseinandersetzung herausgehalten hat. Das war richtig, weil die Bayreuther Bürger*innen mit dem Bürgerbegehren die Entscheidung über Sanierung oder Neubau wieder an sich gezogen und damit die Entscheidung des Stadtrates annulliert hatten. Das Verhalten der CSU-Stadtratsfraktion gegenüber der Oberbürgermeisterin nenne ich von daher psychotisch. Diese Fraktion ist bis heute beleidigt, weil "ihr" OB Michael Hohl 2012 abgewählt wurde.

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By Werner Kolb on Montag, 28. März 2016

Sie bleiben selbst in der Niederlage arrogant. Für Stefan Specht ist das Verhalten der Bayreuther Wähler*innen „bizarr“, für Thomas Bauske haben sie “mit  ganz viel Bauchgefühl“ entschieden, für Thomas Ebersberger haben sie „wohl mehr über Emotionen als über Fakten abgestimmt“,  für Thomas Hacker hat „die kurzfristige Emotion über die langfristig bessere Lösung gesiegt“. Die Bayreuther*innen, so das Fazit dieser arroganten Viererbande, sind nicht fähig, rationale faktengeleitete Entscheidungen zu treffen. Sie verlassen sich bizarrerweise nur auf ihre Gefühle. Das ist schon mal ein massives Mißtrauensvotum gegen ihre Wählerschaft. Ob sie sich bald eine neue suchen werden? Vielleicht und hoffentlich in der Antarktis?

By Werner Kolb on Mittwoch, 4. November 2015
So alle paar Jahre esse ich einen Burger von einer dieser unsäglichen FastFoodKetten. Für die nächsten Jahre weiß ich dann wieder, warum ich den Scheiß nicht esse. Mit manchen ehemaligen Wirkungsstätten ist es ähnlich. Nach dem zweiten Besuch des Stadtrates seit 2002 am letzten Mittwoch wusste ich wieder, warum ich dieses Gremium leichten Herzens verlassen habe. Die vergangenen 13 Jahre helfen natürlich, die Betriebsblindheit des Insiders zu verlieren.

Die meisten Teilnehmer dieses monatlichen Events scheinen sich verabredet zu haben, ein Gefühl gepflegter Langeweile zu verbreiten. Ihre Kunst, rhetorische Ödnis zu zelebrieren, ist hoch entwickelt. Mich erinnerten die meisten Redebeiträge an das Vorlesen eines Grundbucheintrages durch einen routinierten Notar. Dazu passt, daß man nur mühsam herausfinden kann, welcher Hinterkopf gerade redet. Die Stadträte sitzen nämlich immer noch in jener altehrwürdigen strikten Ordnung vor der/m ZuschauerIn, wie sie wohl schon zu Zeiten Kaiser Wilhelms beim Unterrichten...
By Werner Kolb on Montag, 11. November 2013

Da macht die Bayreuther CSU großes Tamtam mit ihrem Vorhaben, Adolf Hitler und andere Scheissfaschisten von der Bayreuther Ehrenbürgerliste streichen zu wollen. Abgekupfert hat sie das, auch wenn sie es abstreitet, von ihrem alten Parteifreund Junk, der als OB genau dies vor Wochen in Goslar durchgezogen hat. Alt-OB Mronz hat gleich darauf hingewiesen, daß dies durch einen Distanzierungsvermerk auf der Ehrenbürgerliste schon vor 25 Jahren erledigt wurde. Und heute erzählt der Kurier, wie vor 25 Jahren dies zustande kam und der Rassist Houston Stewart Chamberlain von der Bayreuther Strassenliste gestrichen werden konnte. Durch den Antrag des grünen Spinners (CSU-Chargon) Werner Kolb: "So ein Tag, so wunderschön wie heute..."

By Werner Kolb on Donnerstag, 11. Oktober 2012
Als Stadtrat gehörte ich zu jener Stadtratsmehrheit, die Ende der neunziger Jahre der Beteiligung der E.ON, damals noch EVO, an der BEW zustimmte.Wie viele andere tat ich das, weil mit dem Erlös des Beteiligungsverkaufs die Finanzierung der Lohengrin-Therme leichter als mit der Aufnahme von Krediten machbar war. Und die Lohengrin-Therme war eine gute Gelegenheit, die Attraktivität des ?Gesundheitsstandortes? Bayreuth zu verbessern.

Diese Zustimmung war für mich nicht leicht, aber durch die vom damaligen OB Dr. Dieter Mronz mit der EVO ausgehandelten Vertragsbedingungen akzeptierbar. Neben der Begrenzung der Beteiligung auf 24,9%, mit der die Stadt, vertreten durch den Stadtrat, weiterhin volle Kontrolle und Verfügung über die BEW behielt, war das vor allem die Bedingung, daß die Aufsichtsratsmitglieder der BEW eventuelle Beschlüsse des Stadtrates im Aufsichtsrat vertreten müssen, auch wenn sie oder ihre Fraktion im Stadtrat dagegen gewesen waren. Dadurch war die ?Hoheit? des Stadtrates über den Aufsichtsrat...

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